|
Bandmädchen Andy kommt heute besonders zünftig in die Probe geschneit. Wanderkapotthut, Kniebundpants und Ruckkulturtäschchen zeugen davon, dass die Wandertage der neuenheerser Jugendmusikschule gerade zu Ende gegangen sind. Erschöpft setzt sich das löwinnenmähnige enfant terrible: "Ich werde mich umtaufen - quatsch - geschlechtsumwandeln lassen. Koste es, was es wolle!" "Aber Du hast doch schon einen Sack!" Verdutzt greift sich unser Fräuleinwunder an den Rücken. "Tatsächlich!" "Wenn wir dann man jetzt endlich proben könnten!" ruft Bandgebieter Böttcher alle zur Raison. So geschah es dann auch. Die Gitarrinnensoli aber intonierte unser Andy heute mit stolzgeschwelltem b-Vorzeichen, wenn auch ansonsten wieder gewohnt zickig. Kurz: Alle Mann konnten erleichtert aufatmen, die Tage wieder einigermaßen glimpflich überstanden zu haben. Wenn es in einem Monat nur nicht schon wieder losginge...
Gestern wagte ein in den Bandkeller verirrter Zuhörer uns tollkühnst vorzuwerfen, dass hier ein großartiges Talent vergeudet werde, ja, wir ein Genie an der Trommel geradezu verkümmern liessen. Ob hier denn niemand wisse, dass man in Marquis Cimiotti den begnadetsten Pianisten der Gegenwart, gefeierten Interpreten der Goldberg-Variationen -" "Hier spielt gefälligst keiner besser als der Chef!" weist Bandgebieter Böttcher dieses vorlaute Bürschchen in die Schranken. Immerhin: Einen Zuhörer hatten wir schon mal. Bis zum Ruhm kann's da ja nicht mehr weit sein...
|